In lockerer Atmosphäre: Verabschiedung von Professor Thomas Pretz

  Bilder von Prof. Pretz Urheberrecht: Institut für Aufbereitung und Recycling

Anlässlich seines Ausscheidens aus dem aktiven Dienst zum 31. Januar 2020 hatte Thomas Pretz, Leiter des Institutes für Aufbereitung und Recycling, Kollegen, Mitarbeiter und ehemalige Mitstreiter am 17. Januar nach Aachen an die alte Wirkungsstätte eingeladen. Über 100 Teilnehmer folgten seiner Einladung an die RWTH, um in lockerer Atmosphäre Vergangenes und Zukünftiges zu diskutieren.

Eindeutig zukunftsorientiert war das Kolloquium, mit dem die Feier im Ford Saal des Super C ihren Anfang nahm. Es stand unter dem Motto „Aufbereitung und Recycling – Aufgaben für morgen und übermorgen“. Vier ehemalige Assistenten, die bei Thomas Pretz promoviert haben sowie ein enger Weggefährte aus der eigenen Assistentenzeit bei Univ.-Prof. Dr.-Ing. Heinz Hoberg bildeten dabei den Rahmen mit folgenden Themen, die dabei an der ein oder anderen Stelle auch mit einem Augenzwinkern vorgetragen wurden:

  • Dr.-Ing. Rudolf Diegel: Recycling mineralischer Abfälle
  • Prof. Dr.-Ing. Gilian Gerke: Kunststoffverwertung mal anders – Grauen oder Herausforderung?
  • Dr.-Ing. Oliver Pickhard: Aufbereitung und Recycling – Aufgaben für morgen und übermorgen
  • Dr.-Ing. Nico Schmalbein: Aufbereitungstechnik für Abfälle
  • Dr.-Ing. Mattias von Harten: Recycling 4.0

Moderiert wurde das Kolloquium durch den Hausherrn. Mit Blick auf Zukunftsperspektiven ändern sich zwar die Herausforderungen an Aufbereiter, insgesamt werden diese aber nicht weniger anspruchsvoll sein, so Pretz. Er zeigte auf, dass jede Zeitspanne ihre eigenen, spezifischen Herausforderungen aufweist: Während zu Beginn der Abfallwirtschaft die Entwicklung und Ausgestaltung technischer Prozesse im Vordergrund der Aktivitäten stand, wurde vor rund 30 Jahren die Etablierung von Märkten für Sekundärrohstoffe das dann bestimmende Thema. In der heutigen Zeit spielen aufgrund der Erkenntnis endlicher Rohstoffvorkommen und steigender Umweltbelastungen Ressourcenaspekte eine gewichtige Rolle, wodurch sich Zielstellungen und Blickwinkel verändern. Großes Augenmerk wird zukünftig auf die Schließung von Stoffkreisläufen und die Beurteilung von Prozessen und -ketten nach Nachhaltigkeitsbewertungen gelegt. Damit verändern sich naturgemäß auch Rahmenbedingungen für Technik und Abfallwirtschaft und somit auch für die Ausbildung von Akademikern im Umfeld der Abfallwirtschaft.

Die Feier in den Räumlichkeiten des Instituts für Aufbereitung und Recycling (I.A.R.) fand bei Getränken und Kanapees ihre Fortsetzung. Für einige der Gäste war das ein Wiedersehen ihrer Labor- und Bürostätten nach vielen Jahren. Zwanglos tauschten sich hier die Gäste bis in den späten Abend/frühen Morgen aus.

Sehr gut kamen beim Publikum und Hausherren die Darbietungen der Mitarbeiter von TEER und I.A.R. an.

Unter stimmlicher Anleitung von Margret Joannidis entfachte der TEER-Chor mit der Melodie von „Mein kleiner grüner Kaktus“ und der textlichen Anpassung auf abfallstämmige Herausforderungen für im Haus beheimatete FRE-Kollegen – insbesondere geruchstechnischer Art – wahre Begeisterungsstürme.

Die anschließend vorgestellten Erinnerungen ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter des I.A.R. an deren Assistentenzeit am Institut sowie an Kernstatements und Anekdoten ihres Doktorvaters haben gleichermaßen berührt und erfreut. Optimal wurde die digitalen Datensätze dabei durch Karoline Raulf und Adele Clausen aufbereitet und durch die aktuellen Mitarbeiter des I.A.R. mittels Rahmenhandlung sinnvoll miteinander verknüpft.

Am 31. Januar scheidet Professor Dr.-Ing. Thomas Pretz offiziell aus seiner Position als Leiter des Institutes für Aufbereitung aus. Nach über 22 Jahren als Professor des I.A.R., der Akquisition einer Vielzahl von nationalen und internationalen Forschungs- und Dienstleistungsprojekten, als Sachverständiger und Gutachter zu abfalltechnischen und aufbereitungstechnischen Fragstellungen steht nun ein neuer Lebensabschnitt an, den er nun selbstbestimmter als zuvor mit seiner Frau an seinen Wohnorten in der Bretagne und Aachen angehen kann.

  Bild von Prof. Pretz Urheberrecht: Institut für Aufbereitung und Recycling

Wir, die Mitarbeiter des I.A.R. wünschen ihm und seiner Frau dabei alles Gute. Wir gehen allerdings auch davon aus, dass er auch in Zukunft keiner aufbereitungstechnischen Herausforderung aus dem Weg gehen wird.

Wir sind gespannt.

Für das I.A.R.: Alexander Feil